Im Laufe der Jahre haben internationale Organisationen und die pharmazeutische Industrie die schädlichen Auswirkungen auf die Umwelt beobachtet. In allen Phasen ihres Lebenszyklus interagieren Medizinprodukte mit der Umwelt, doch die meisten Auswirkungen treten in der Produktionsphase auf.
Pharmazeutische Produkte gelangen über ein komplexes Geflecht von Wegen in die Umwelt, was dieses Problem vielschichtig macht; eine direkte oder einzelne Quelle zu bestimmen, ist nicht möglich. Es gibt drei Wege, auf denen Produkte in die Umwelt gelangen:
- Direkte industrielle Freisetzung
- Indirekte Freisetzung durch menschliche und tierische Ausscheidungen
- Unsachgemäße Entsorgung ungenutzter Medikamente.
Bedenken wie Abfallentsorgung, Antibiotikaresistenzen sowie Verpackungs- und CO2-Emissionen erhalten zunehmend Aufmerksamkeit.
Glücklicherweise wächst mit der internationalen Aufmerksamkeit der Druck für bessere Vorschriften und Richtlinien für eine grünere Zukunft. Viele internationale Organisationen und Aufsichtsbehörden suchen und stellen Leitlinien für Unternehmen und Einzelpersonen bereit, um deren Umweltauswirkungen zu verringern, während sie hochwertige Arzneimittel und Medikamente herstellen. Es gibt eine bewusste Verlagerung hin zu nachhaltigen Praktiken und der Produktion von chemischen Arzneimitteln und Medikamenten.
EPA
Die Umweltschutzbehörde (Environmental Protection Agency) stellt Organisationen Leitlinien zur Verfügung, um Ziele festzulegen, ihre Treibhausgasemissionen (GHG) zu reduzieren und diese zu melden. Sie bieten auch Fahrpläne für Organisationen an, um ihr Abfallmanagement zu verbessern und Kosten zu senken, um die Nachhaltigkeit zu fördern.
ISPE
Die International Society of Pharmaceutical Engineering empfiehlt spezifische Rechnungslegungsstandards für verschiedene vorgelagerte Scope-3-Kategorien. Diese betonen einen ganzheitlichen Ansatz, der die Einbindung von Lieferanten und interne Geschäftsentscheidungen umfasst.
WHO
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spielt eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung von Richtlinien für die Bewirtschaftung von Luftemissionen durch die pharmazeutische Industrie. Unternehmen müssen eine kontrollierte Umgebung sowie eine effektive Staub-, Dampf- und Rauchkontrolle gewährleisten, um die WHO-Standards einzuhalten.
EMA
Die Europäische Arzneimittel-Agentur (European Medical Agency) hat strenge Qualitätsstandards für die Wassernutzung im pharmazeutischen Herstellungsprozess festgelegt. Diese Standards reichen von verschiedenen Wasserqualitäten bis hin zu gereinigtem Wasser.
Um einen quantifizierbaren Unterschied zu bewirken, finden Sie hier einige Trends und Strategien, die helfen können, die Herausforderungen zu meistern und die Richtlinien zu erreichen:
- Effiziente Energienutzung: Modernisieren Sie Anlagen und Ausrüstung, um energieeffizienter zu sein. Dies kann die Nutzung erneuerbarer Energiequellen wie Solar- oder Windenergie, die Optimierung von Produktionsprozessen zur Reduzierung des Energieverbrauchs und die Implementierung intelligenter Gebäudetechnologien umfassen.
- Wasserschutz: Da Wasser eine entscheidende Rolle bei der Arzneimittelherstellung spielt, konzentrieren sich Unternehmen zunehmend auf Abwasserbehandlungsanlagen, die mit fortschrittlichen Technologien ausgestattet sind. Die Abwasserbehandlungsanlage von Novartis in Rumänien, die Kohlefiltertechnologie nutzt, ist ein Beleg für das Engagement der Branche im Bereich Wassermanagement.
- Abfallmanagement: Überschüssige Verpackungen sowie die Entsorgung ungenutzter Medikamente und Chemikalien sind ein weiterer Bereich, auf den sich Unternehmen konzentrieren können.
- Investitionen in F&E: Für langfristige Ergebnisse sollten Unternehmen nachhaltige Alternativen zu aktuellen Methoden erforschen und finden. Da Veränderungen Zeit brauchen, ist es entscheidend, Zeit und Ressourcen sinnvoll einzusetzen. Erforschen Sie innovative Lösungen zur Abfallreduzierung, zum Lösungsmittelrecycling und zur energieeffizienten Fertigung.
- Grüne Chemie: Sie befasst sich mit dem gezielten und optimierten Einsatz chemischer Produkte und Prozesse und reduziert oder eliminiert den Einsatz giftiger Substanzen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich Pharmaunternehmen an einem Scheideweg befinden und versuchen, die nachhaltige Entwicklung zu navigieren, während sie gleichzeitig die aktuellen Compliance- und Regulierungsregeln einhalten. Mit diesen und weiteren Strategien ist der Übergang zu einem umweltbewussteren pharmazeutischen Prozess möglich und gut erreichbar.