Harmonisierung der Kennzeichnung von Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln in der gesamten EU
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Warum die Harmonisierung der Kennzeichnung von Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln wichtig ist

In einem integrierten Markt wie der Europäischen Union, in dem 27 Länder im Rahmen eines Binnenmarktes agieren, ist die Harmonisierung der Kennzeichnung in der EU mehr als nur eine regulatorische Formalität – sie ist eine geschäftliche Notwendigkeit. Für Hersteller von Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln gewährleistet eine harmonisierte Kennzeichnung den Verbraucherschutz, verringert regulatorische Hürden und ermöglicht einen reibungslosen grenzüberschreitenden Handel. Doch trotz langjähriger Bemühungen der EU bestehen nach wie vor erhebliche Unterschiede auf nationaler Ebene, die eine einheitliche Produktkennzeichnung erschweren.

Die Regulierungsstiftung

Die Kennzeichnungsvorschriften für Lebensmittel in der EU basieren auf einer Reihe von Kernvorschriften, die darauf abzielen, die Lebensmittelsicherheit und die Transparenz für die Verbraucher zu gewährleisten:

  • Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 (INCO-Verordnung): Diese Verordnung legt die allgemeinen Vorschriften für die Information der Verbraucher über Lebensmittel fest, einschließlich der obligatorischen Kennzeichnungsangaben wie Allergene, Nährwertangaben und Angaben zur Herkunft.
  • Richtlinie 2002/46/EG: Enthält spezifische Bestimmungen für Nahrungsergänzungsmittel, einschließlich der zulässigen Inhaltsstoffe (Vitamine und Mineralstoffe) und deren Darstellung auf dem Etikett.
  • Verordnung (EG) Nr. 1924/2006: Regelt nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben und stellt sicher, dass auf Produktetiketten nur wissenschaftlich fundierte und nicht irreführende Angaben erscheinen.

Was muss auf den Etiketten von Nahrungsergänzungsmitteln in der EU angegeben werden?

In allen EU-Ländern müssen die Etiketten von Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln in der Regel folgende Angaben enthalten:

  • Produktname und gegebenenfalls die Bezeichnung „Nahrungsergänzungsmittel“
  • Vollständige Zutatenliste, einschließlich Allergene
  • Nettomenge
  • Mindesthaltbarkeitsdatum oder Verbrauchsdatum
  • Besondere Hinweise zur Lagerung und Verwendung
  • Name und Anschrift des Lebensmittelunternehmers innerhalb der EU
  • Empfohlene Tagesdosis und entsprechende Warnhinweise (für Nahrungsergänzungsmittel)
  • Hinweis, dass Nahrungsergänzungsmittel eine abwechslungsreiche Ernährung nicht ersetzen sollten
  • Warnhinweis: Das Produkt außerhalb der reach von Kindern aufbewahren
  • Nährwertangaben (Lebensmittel) oder Nährstoffgehalt pro Portion (Nahrungsergänzungsmittel)
  • Herkunftsland (in bestimmten Fällen)
  • Lesbare Sprache(n), die dem Verkaufsland angemessen ist/sind

Anhaltende Herausforderungen bei der Harmonisierung

Trotz eines übergreifenden Rahmens sehen sich die Hersteller nach wie vor mit mehreren Hindernissen konfrontiert:

  • Länderspezifische Unterschiede: Member states zusätzliche Anforderungen festlegen, insbesondere in Bezug auf pflanzliche Stoffe, Vitamine, Mineralstoffe und Warnhinweise. Dies führt dazu, dass die Kennzeichnung für jeden Markt individuell angepasst werden muss.
  • Sprachbarrieren: Etiketten müssen in der bzw. den Amtssprachen jedes Mitgliedstaats abgefasst sein, was die Erstellung einheitlicher, EU-weiter Verpackungen erschwert.
  • Unterschiedliche Kennzeichnungssysteme auf der Verpackungsvorderseite: Nicht harmonisierte Kennzeichnungssysteme wie Nutri-Score (Frankreich, Deutschland), NutrInform Battery (Italien) und Keyhole (nordische Länder) sorgen für zusätzliche Komplexität und Verwirrung bei den Verbrauchern.
  • Lücken bei der Durchsetzung: Unterschiedliche Standards bei der Aufsicht und Durchsetzung in member states einzelnen member states zu uneinheitlichen Compliance-Standards.

Aktuelle und bevorstehende Entwicklungen

Die EU treibt die Modernisierung ihrer Lebensmittelkennzeichnung weiter voran:

  • Mehr Transparenz: Neue Vorschriften sollen klarere, standardisierte Informationen über Zusammensetzung, Herkunft und wesentliche Eigenschaften liefern – insbesondere bei Nahrungsergänzungsmitteln.
  • Harmonisierte Höchstwerte: Derzeit wird ein Vorschlag für EU-weite Höchstwerte für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln geprüft, der die uneinheitlichen nationalen Vorschriften ersetzen soll.
  • Einheitliche Kennzeichnung auf der Vorderseite der Verpackung: Die Forderung nach einer einheitlichen, verbindlichen Nährwertkennzeichnung auf der Vorderseite der Verpackung gewinnt zunehmend an Dynamik und wird von Verbraucherorganisationen und EU-Institutionen unterstützt.

Was passiert, wenn Sie sich nicht daran halten?

Die Nichteinhaltung harmonisierter oder nationaler Kennzeichnungsvorschriften kann für Hersteller von Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln schwerwiegende Folgen haben, darunter:

  • Rückruf vom Markt: Die Aufsichtsbehörden können verlangen, dass nicht konforme Produkte unverzüglich aus den Verkaufsregalen oder von Online-Plattformen entfernt werden.
  • Geldbußen und Strafen: Für irreführende Angaben, nicht deklarierte Allergene oder fehlende vorgeschriebene Angaben können erhebliche Geldstrafen verhängt werden, deren Höhe je nach Mitgliedstaat variiert.
  • Zollbeschlagnahme: Produkte können an den EU-Grenzen oder im innergemeinschaftlichen Handel aufgrund von Kennzeichnungsfehlern oder fehlenden erforderlichen Unterlagen zurückgehalten werden.
  • Produktrückrufe: In schwerwiegenden Fällen – insbesondere bei Gesundheits- und Sicherheitsrisiken – können Hersteller gezwungen sein, bereits auf dem Markt befindliche Produkte zurückzurufen.
  • Schädigung des Markenrufs: Verbraucher und Geschäftspartner könnten das Vertrauen in Marken verlieren, die wiederholt die Erwartungen an die Kennzeichnung nicht erfüllen, was sich negativ auf das langfristige Wachstum auswirkt.
  • Rechtliche Haftung: Bei Nichteinhaltung können Betreiber rechtlichen Ansprüchen ausgesetzt sein, insbesondere wenn die fehlende Kennzeichnung zu Schäden für die Verbraucher führt (z. B. allergische Reaktionen).

Wie Freyr helfen kann

Das komplexe Geflecht aus EU-weit harmonisierten und länderspezifischen Kennzeichnungsvorschriften zu durchschauen, kann eine Herausforderung sein. Freyr bietet als globaler Partner im Bereich Regulatory Affairs Betreibern der Lebensmittel- und Nahrungsergänzungsmittelbranche end-to-end Unterstützung bei der Einhaltung end-to-end :

  • Prüfung der Einhaltung von EU- und nationalen Vorschriften zur Lebensmittelkennzeichnung: Stellen Sie sicher, dass Ihre Etiketten den Anforderungen der INCO-Verordnung 2002/46/EG sowie den nationalen Abweichungen entsprechen.
  • Überprüfung mehrsprachiger Etiketten: Überprüfen und übersetzen Sie Ihre Etiketten entsprechend den sprachlichen und regulatorischen Anforderungen des jeweiligen Landes.
  • Plattformen für die Verwaltung vonArtwork Etiketten: Nutzen Sie digitale Tools, um Etiketten für verschiedene Märkte effizient zu verwalten, zu versionieren und freizugeben.
  • Regulierungsinformationen und -aktualisierungen: Behalten Sie den Überblick mit den Regulierungsüberwachungsdiensten von Freyr, die Sie über Änderungen in der EU und member states informieren.
  • Expertenberatung: Nutzen Sie den Pool an EU-Experten für Regulierungsfragen von Freyr, um sich in Bezug auf FOP-Kennzeichnung, Nährstoffgrenzwerte, die Zulassung von Angaben usw. beraten zu lassen.
  • Risikominderung bei Compliance-Verstößen: Vermeiden Sie kostspielige Marktrücknahmen, Strafen und Rückrufaktionen durch proaktive Compliance-Strategien.

Mit Freyr an Ihrer Seite können Sie sich sicher durch das Labyrinth der EU-Kennzeichnungsvorschriften bewegen, die Markteinführungszeit verkürzen und den Ruf Ihres Produkts und Ihrer Marke schützen.

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