Die Europäische Kommission hat im Rahmen ihrer geplanten Überarbeitung der EU-Tabakproduktrichtlinie und der Tabakwerberichtlinie eine Aufforderung zur Einreichung von Nachweisen gestartet, um aufkommende Tabak- und Nikotinprodukte, sich entwickelnde Konsummuster und digitale Marketingpraktiken anzugehen. Die Initiative zielt darauf ab, die Funktionsweise des EU-Binnenmarktes zu verbessern, den Schutz der öffentlichen Gesundheit zu stärken und die Umsetzung des Rahmenübereinkommens der WHO zur Eindämmung des Tabakgebrauchs im Einklang mit Europas Plan zur Krebsbekämpfung und dem Safe Hearts Plan zu unterstützen. Nach Angaben der Kommission haben die bestehenden Richtlinien zu sinkenden Raucherquoten beigetragen, berücksichtigen jedoch die jüngsten Marktentwicklungen, einschließlich Nikotinbeutel, erhitzter Kräuterprodukte, Einweg-E-Zigaretten und elektronischer nikotinfreier Abgabesysteme, nicht mehr ausreichend. Die Überprüfung soll auch wachsende Bedenken hinsichtlich des Konsums durch Jugendliche angehen, die durch Aromen, farbenfrohe Verpackungen und Online-Werbung über soziale Medien und Influencer gefördert werden. Die Kommission erwägt politische Optionen, die die Ausweitung des Geltungsbereichs der EU-Tabakgesetzgebung auf neuartige Produkte, die Einführung neuer Beschränkungen für Aromen und Einweg-E-Zigaretten, die Stärkung der Verpackungs- und Kennzeichnungsvorschriften einschließlich neutraler Verpackungen sowie die Verschärfung der Vorschriften für digitale Werbung und Marketing umfassen können. Die Aufforderung zur Einreichung von Nachweisen wurde am 18. Mai 2026 eröffnet und bleibt bis zum 15. Juni 2026 für Rückmeldungen offen. Eine breitere öffentliche Konsultation ist für das zweite Quartal 2026 geplant, während die Kommission voraussichtlich im vierten Quartal 2026 den Legislativvorschlag annehmen wird.
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