Der Bundesstaat New Mexico hat umfassende neue Vorschriften genehmigt, die die Kennzeichnung und schrittweise Eliminierung von Verbraucherprodukten mit absichtlich zugesetzten PFAS vorschreiben und sich damit als einer der ersten US-Bundesstaaten positioniert, der universelle PFAS-Kennzeichnungspflichten einführt. Die Vorschriften wurden vom New Mexico Environment Improvement Board formell genehmigt und bekräftigen das Engagement des Staates, die öffentliche Gesundheit und die Umwelt vor der Exposition gegenüber sogenannten „Ewigkeitschemikalien“ zu schützen.
Was sind PFAS und warum sind sie wichtig?
Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) sind eine große Gruppe synthetischer Chemikalien, die aufgrund ihrer wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften weit verbreitet sind. Sie sind häufig in Kochgeschirr, Lebensmittelverpackungen, Kosmetika, Textilien, Möbeln, Teppichen und Kinderprodukten zu finden. PFAS sind bekannt für ihre extreme Beständigkeit in der Umwelt und im menschlichen Körper, was ihnen den Spitznamen „Ewigkeitschemikalien“ eingebracht hat.
Wissenschaftliche Studien haben die Exposition gegenüber PFAS mit ernsthaften Gesundheitsrisiken in Verbindung gebracht, darunter bestimmte Krebsarten, Auswirkungen auf das Immunsystem, Hormonstörungen und Entwicklungsprobleme. Da sich diese Substanzen im Laufe der Zeit ansammeln, kann selbst eine geringe Exposition langfristige Risiken bergen.
Obligatorische Kennzeichnung: Ein Recht der Verbraucher auf Information
Gemäß den neu genehmigten Vorschriften müssen Hersteller alle Verbraucherprodukte, die absichtlich zugesetzte PFAS enthalten, deutlich kennzeichnen. Ein universelles PFAS-Symbol muss direkt auf dem Produkt angebracht werden, damit Verbraucher beim Kauf leicht erkennen können, ob ein Artikel diese Chemikalien enthält.
Die staatlichen Behörden betonten, dass die Kennzeichnungspflicht darauf abzielt, Transparenz und eine informierte Wahl zu fördern, und nicht darauf, Produkte gänzlich zu verbieten.

Bei der Kennzeichnung von PFAS-haltigen Produkten geht es um Ehrlichkeit, sagte der Umweltminister von New Mexico. Verbraucher haben das Recht zu wissen, welche Chemikalien in den Produkten enthalten sind, die sie in ihre Haushalte bringen, insbesondere in Produkten, die von Kindern und Familien verwendet werden.

Wer muss die Vorschriften einhalten?
Die Anforderungen gelten nur für Hersteller
Händler und Verbraucher haben gemäß den Vorschriften keine neuen rechtlichen Verpflichtungen
Hersteller müssen die Richtigkeit der Kennzeichnung und die Einhaltung der Vorschriften gewährleisten
Die Verordnung stärkt den New Mexico PFAS Protection Act, der 2025 in Kraft trat, und baut auf den umfassenderen Bemühungen des Staates auf, chemische Gefahren an der Quelle statt am Expositionsort zu bekämpfen.
Produktausstieg und Verkaufsverbote
Zusätzlich zur Kennzeichnung legen die Vorschriften einen klaren Zeitplan für den schrittweisen Ausstieg aus dem Verkauf von PFAS-haltigen Produkten in New Mexico fest:

2027: Verkaufsverbot für Produkte wie Kochgeschirr, Lebensmittelverpackungen und Kinderspielzeug, die absichtlich zugesetzte PFAS enthalten
2028: Verkaufsverbote werden auf Kosmetika, Möbel und Teppiche ausgeweitet
2032: Alle nicht ausgenommenen Produkte, die absichtlich zugesetzte PFAS enthalten, werden im Bundesstaat nicht mehr zum Verkauf zugelassen

Diese gestaffelten Fristen sollen Herstellern Zeit geben, Produkte neu zu formulieren, sicherere Alternativen zu finden und Lieferketten anzupassen, ohne die Märkte zu stören.
Berichterstattung und regulatorische Aufsicht
Das Environment Improvement Board hat auch Berichtspflichten eingeführt, die eine effektive Durchsetzung und Überwachung des Ausstiegsprozesses unterstützen. Hersteller müssen die Verwendung von PFAS offenlegen und die staatlichen Bemühungen zur Überwachung der Einhaltung und der Umweltauswirkungen unterstützen.
Die Vorschriften wurden in einem transparenten Regelsetzungsprozess entwickelt und sollen den Schutz der öffentlichen Gesundheit mit regulatorischer Fairness in Einklang bringen.
Geschäftliche Auswirkungen und Innovationsmöglichkeiten
Während einige Industriegruppen zunächst Bedenken hinsichtlich der Compliance-Kosten äußerten, sahen staatliche Beamte die Politik eher als Chance für Innovation denn als Einschränkung.
Hersteller, die PFAS proaktiv eliminieren und sicherere, ungiftige Alternativen entwickeln, können einen Wettbewerbsvorteil erzielen, da die Verbrauchernachfrage nach „Clean-Label“- und umweltfreundlichen Produkten weiter steigt.
Ein nationales Politiksignal
Mit diesen Maßnahmen etabliert sich New Mexico als nationaler Vorreiter in Sachen chemischer Transparenz und Umweltschutz. Der Ansatz des Staates – die Kombination von Kennzeichnung, schrittweisen Verboten und Herstellerverantwortung – könnte als Modell für andere Staaten dienen, die ähnliche PFAS-Vorschriften in Betracht ziehen.
Beamte betonten, dass die Initiative Verbraucherschutz, Umweltverantwortung und Geschäftsanpassung in Einklang bringt und sicherstellt, dass die öffentliche Gesundheit eine Priorität bleibt, ohne unangemessene Belastungen aufzuerlegen.

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