Die neueste Aktualisierung der EU-Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung (CLP) führt zu wesentlichen Änderungen, die Chemiehersteller, Importeure und Exporteure nicht ignorieren dürfen.
Die Überarbeitung umfasst:
- 27 neue harmonisierte Einstufungseinträge
- 16 aktualisierte Einträge
- 7 veraltete Klassifizierungen entfernt
- Neuer Fokus auf endokrine Disruptoren (ED)
- Aufnahme von persistenten, bioakkumulierbaren und toxischen (PBT) sowie persistenten, mobilen und toxischen (PMT) Stoffen in die neuen CLP-Gefahrenklassen
- Eine Übergangsfrist bis zum 1. Mai 2028 für bestehende Gemische, die vor dem 1. Mai 2026 auf den Markt gebracht wurden
Diese Änderungen betreffen die Gefahrenklassifizierung, Aktualisierungen von Sicherheitsdatenblättern (SDS), die CLP-Kennzeichnungspflichten und die Einhaltung der Vorschriften in der Lieferkette, wodurch eine vorausschauende Vorbereitung unerlässlich wird.
Warum dieses Update wichtig ist
Die traditionelle Chemikalienklassifizierung konzentrierte sich hauptsächlich auf unmittelbare Gesundheits- und physikalische Gefahren. Der überarbeitete CLP-Rahmen erweitert die Anforderungen für die Bewertung langfristiger Umwelt- und systemischer Risiken.
Neue CLP-Gefahrenklassen umfassen:
Endokrine Disruptoren (ED)
Stoffe, die Hormonsysteme beeinflussen können, erfordern nun eine umfassendere wissenschaftliche Bewertung, einschließlich:
- Evidenzbasierte Ansätze
- Wissenschaftliche Literaturrecherchen
- Datenvalidierung
- Toxikologische Bewertung
PBT- und PMT-Bewertungen
Die Verordnung verstärkt den Fokus auf die Umweltpersistenz und Mobilität durch Kategorien wie:
- PBT (persistent, bioakkumulierbar, toxisch)
- vPvB (sehr persistent, sehr bioakkumulierbar)
- PMT (persistent, mobil, toxisch)
- vPvM (sehr persistent, sehr mobil)
Diese Klassifizierungen können erhebliche Auswirkungen auf die Portfolio-Konformität und Produktstrategien haben.
Häufige Konformitätsrisiken für Unternehmen
Viele Unternehmen unterschätzen die betrieblichen Auswirkungen von regulatorischen Aktualisierungen.
Veraltete Sicherheitsdatenblätter (SDS)
Sicherheitsdatenblätter sollten niemals statische Dokumente bleiben. Um die SDS-Konformität sicherzustellen, können Aktualisierungen notwendig werden, wenn:
- Neue Gefahreninformationen verfügbar werden
- Rezepturen sich ändern
- Lieferantendaten sich ändern
- Klassifizierungskriterien überarbeitet werden
Veraltete SDS-Dokumentation kann folgende Folgen haben:
- Bußgelder von Aufsichtsbehörden
- Nicht bestandene Audits
- Bedenken hinsichtlich der Arbeitssicherheit
- Lieferverzögerungen
- Störungen des Marktzugangs
Abhängigkeit von Lieferantendaten
Eine übermäßige Abhängigkeit von veralteten SDS-Informationen der Lieferanten kann zu Folgendem führen:
- Falsche Gefahrenklassifizierungen
- Unstimmigkeiten bei der Kennzeichnung
- Konformitätslücken in der Lieferkette
Lieferanteninformationen sollten regelmäßig überprüft und validiert werden.
Abweichungen bei der Kennzeichnung
Aktualisierte Gefahrenklassifizierungen müssen übereinstimmen mit:
- Gefahrenpiktogramme
- Signalwörter
- Sicherheitshinweise
- Produktetiketten
Aktualisierungen der Klassifizierung ohne entsprechende Überarbeitungen der Kennzeichnung können die Einhaltung der Vorschriften gefährden.
EU CLP-Checkliste zur Einhaltung der Vorschriften
Nutzen Sie diese Checkliste, um Ihre Bereitschaft zu bewerten:
☑ Überprüfung von Produktportfolios auf neu betroffene Substanzen
☑ Stellen Sie sicher, dass die Gefahrenklassifizierungen mit den aktualisierten ATP-Anforderungen und der CLP-Gefahrenklassifizierung übereinstimmen
☑ Aktualisieren Sie die SDS-Abschnitte 2, 3, 11 und 12, wo nötig
☑ Überprüfen Sie die SDS-Informationen der Lieferanten
☑ Überprüfen Sie das Chemikalieninventar anhand der überarbeiteten Klassifizierungen
☑ Bewerten Sie die Auswirkungen auf die Einhaltung der Vorschriften auf Gemischebene
☑ Stellen Sie sicher, dass die Kennzeichnungen mit den aktualisierten Anforderungen an die Gefahrenkommunikation übereinstimmen
☑ Schulen Sie die Teams für Regulierung, EHS und Lieferkette
☑ Stärken Sie interne Änderungsmanagementsysteme
Klicken Sie hier, um mehr über die Aktualisierung der EU CLP-Verordnung zu erfahren
Warum frühzeitiges Handeln wichtig ist
Eine verzögerte Einhaltung kann zu einer Zunahme von Folgendem führen:
- Regulatorisches Risiko
- Betriebliche Störungen
- Kosten für die Überarbeitung der Kennzeichnung
- Herausforderungen in der Lieferkette
- Exporthemmnisse
Die neueste CLP-Aktualisierung ist nicht nur eine regulatorische Übung; sie erfordert von Organisationen, die Gefahrenkommunikation, das SDS-Management und die Strategien zur Portfolio-Konformität neu zu überdenken.
Die zentrale Frage lautet nicht mehr:
„Sind Sie heute konform?“
Sie lautet:
„Werden Ihre Konformitätssysteme morgen noch bereit sein?“
Organisationen, die frühzeitig handeln, können Risiken reduzieren, die Konformitätsresilienz stärken und einen ununterbrochenen Marktzugang in einer sich entwickelnden Regulierungslandschaft aufrechterhalten.
Sie sind unsicher, wie die neuesten CLP-Aktualisierungen Ihre Produkte beeinflussen? Nehmen Sie Kontakt mit Freyr auf, um CLP-Konformitätslücken zu bewerten und einen proaktiven Fahrplan für die Bereitschaft zur CLP-Verordnung zu erstellen.