Behördliche Überprüfungen: Wie die Behörden Sicherheitsdatenblätter und Angaben prüfen
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Warum behördliche Kontrollen immer intensiver werden

Weltweit prüfen die Aufsichtsbehörden zunehmend die Einstufungen der Gefahrenklassen, Sicherheitsdatenblätter, Kennzeichnungen und Werbeaussagen auf Richtigkeit, Konsistenz und Konformität.

Ob im Rahmen der OSHA-Vorschriften zur Gefahrenkommunikation (HCS), CLP , der REACH oder anderer Rahmenwerke zur Chemikaliensicherheit – bei Inspektionen steht heute eine zentrale Frage im Mittelpunkt:

Was die Behörden bei SDS-Inspektionen in der Regel überprüfen

Die Aufsichtsbehörden prüfen in der Regel, ob das Programm zur Gefahrenkommunikation korrekt, vollständig und wissenschaftlich fundiert ist und in allen Compliance-Dokumenten einheitlich umgesetzt wird.

1. Genauigkeit der Gefahrenklassifizierung

Einer der ersten Punkte, die die Inspektoren prüfen, ist, ob die Gefahrenklassifizierung korrekt durchgeführt wurde.

Die Behörden bewerten:

  • Verwendete Klassifizierungsmethode
  • Wissenschaftliche Belege für die Klassifizierungen
  • Weight of Evidence (WoE)-Ansätze
  • Anpassung an die aktualisierten regulatorischen Kriterien
  • Übereinstimmung zwischen Sicherheitsdatenblättern, Etiketten und Meldungen

Um CLP sicherzustellen, ist es wichtig, die neuen Gefahrenklassen zu verstehen:

  • Endokrine Disruptoren (ED)
  • PBT / vPvB
  • PMT / vPvM

Die Inspektoren können Folgendes verlangen:

  • Toxikologische Daten
  • Ökotoxikologische Bewertungen
  • Begründungen für den Read-across-Ansatz
  • Literaturhinweise
  • Datensätze zur Validierung von Lieferantendaten

Eine fehlende oder unzureichende wissenschaftliche Begründung kann weitere Untersuchungen nach sich ziehen.

Die Abschnitte im Sicherheitsdatenblatt, denen die größte Aufmerksamkeit geschenkt wird

Auch wenn die Behörden das gesamte Sicherheitsdatenblatt prüfen können, werden bei Inspektionen in der Regel bestimmte Abschnitte genauer unter die Lupe genommen.

Abschnitt 2 – Gefahrenermittlung

Die Behörden bestätigen:

  • Richtige Gefahrenklassen und -kategorien
  • Signalwörter
  • Gefahrenhinweise
  • Sicherheitshinweise
  • GHS- oder CLP

Jede Unstimmigkeit zwischen Klassifizierungs- und Kennzeichnungselementen wird als erhebliches Compliance-Problem angesehen.

Abschnitt 12 – Ökologische Informationen

Umweltbezogene Angaben und Klassifizierungen hinsichtlich der Persistenz werden zunehmend überprüft, insbesondere im Rahmen CLP aktualisierten EU CLP

Abschnitt 3 – Informationen zur Zusammensetzung

Die Inspektoren bewerten:

  • Genauigkeit der Angabe der Inhaltsstoffe
  • Konzentrationsbereiche
  • UFI oder Konsistenz der Rezeptur
  • Vorkommen gefährlicher Inhaltsstoffe

Falsche Angaben zur Zusammensetzung können sich auf die nachgelagerte Einhaltung von Vorschriften auswirken und die Meldungen an die Giftnotrufzentrale beeinträchtigen.

Abschnitt 11 – Toxikologische Informationen

Die Behörden prüfen, ob Behauptungen über Gesundheitsrisiken wissenschaftlich begründet sind und durch die verfügbaren Beweise hinreichend gestützt werden.

Wie Behörden Produktangaben prüfen

Behördenkontrollen beschränken sich nicht allein auf Sicherheitsdatenblätter.

Die Behörden vergleichen außerdem:

  • Inhalte der Website
  • Marketingbroschüren
  • Produktetiketten
  • Technische Datenblätter
  • Nachhaltigkeitsaussagen
  • Botschaften wie „ungiftig“, „umweltfreundlich“ oder „sicher“

Die zentrale Frage ist, ob öffentlich gemachte Angaben im Widerspruch zu Gefahrenklassifizierungen stehen oder irreführende Eindrücke erwecken.

Zum Beispiel:

  • Ein Produkt, das als „sicher“ gekennzeichnet ist, obwohl es als ernsthafte Gesundheitsgefahr eingestuft wurde
  • Behauptungen zur „Umweltfreundlichkeit“ ohne Belege
  • Unbegründete Nachhaltigkeitsbehauptungen
  • Die Marketingformulierungen stimmen nicht mit den Gefahrenhinweisen im Sicherheitsdatenblatt überein

Angesichts der zunehmenden Bedeutung der Belegung von Produktversprechen müssen die Teams aus den Bereichen Regulierung, Marketing, Produktverantwortung und Arbeitssicherheit, Umweltschutz und Gesundheitsschutz enger denn je zusammenarbeiten.

Häufige Befunde bei Inspektionen

Bei behördlichen Inspektionen treten immer wieder bestimmte Mängel auf.

1. Veraltete Sicherheitsdatenblätter

Viele Unternehmen verwenden nach wie vor veraltete Sicherheitsdatenblätter (SDS), die:

  • Die aktualisierten Klassifizierungen werden nicht berücksichtigt
  • Es fehlen die neu eingeführten Gefahrenklassen
  • Enthält veraltete Lieferantenangaben
  • Es fehlen die überarbeiteten Verweise auf Rechtsvorschriften

2. Uneinheitliche Dokumentation

Die Behörden stellen häufig Unstimmigkeiten zwischen folgenden Punkten fest:

  • Sicherheitsdatenblätter und Etiketten
  • Sicherheitsdatenblätter und technische Unterlagen
  • Werbeaussagen und Gefahrenklassifizierungen
  • Sicherheitsdatenblätter von Lieferanten und intern erstellte Dokumente

3. Unzureichende Datenverwaltung

Die Prüfer untersuchen zunehmend:

  • Prozesse der Versionskontrolle
  • Workflows zur Aktualisierung von Dokumenten
  • Lieferanten-Datenmanagement
  • Interne Überprüfungsverfahren

Ohne eine solide Unternehmensführung können selbst technisch korrekte Sicherheitsdatenblätter Bedenken hinsichtlich der Einhaltung der Sicherheitsdatenblatt-Vorschriften aufwerfen.

4. Unzureichende Mitarbeiterschulung

Im Rahmen des OSHA-HCS-Systems überprüfen die Inspektoren regelmäßig:

  • Aufzeichnungen zu Schulungen zur Gefahrenkommunikation
  • Verständnis der Mitarbeiter hinsichtlich der Verwendung von Sicherheitsdatenblättern
  • Barrierefreiheit von Sicherheitsdatenblättern
  • Kennzeichnungspraktiken am Arbeitsplatz

Warum die Risiken bei Inspektionen zunehmen

Verschiedene regulatorische Entwicklungen führen weltweit zu einer zunehmenden Komplexität von Inspektionen, darunter auch OSHA-Inspektionen.

Erweiterung der Gefahrenkriterien

Neue Gefahrenklassen erfordern eine gründlichere wissenschaftliche Bewertung und komplexere Einstufungsentscheidungen.

Verstärkter Fokus auf Transparenz

Die Behörden erwarten von den Unternehmen, dass sie klar darlegen, wie die Entscheidungen hinsichtlich der Gefahren getroffen wurden.

Zunehmende Durchsetzungsmaßnahmen

Die Aufsichtsbehörden führen zunehmend folgende Maßnahmen durch:

  • Gezielte Kontrollen
  • Marktüberwachungsmaßnahmen
  • Stichprobenprüfungen
  • Prüfungen zur Verifizierung der Lieferkette

Nachhaltigkeit und ESG

Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen werden mittlerweile genauer unter die Lupe genommen, insbesondere wenn es um Chemikalien geht.

Wie sich Unternehmen auf behördliche Inspektionen vorbereiten können

1. Interne SDS-Audits durchführen

Rezension:

  • Klassifikationsgenauigkeit
  • Ausrichtung der Etiketten
  • Konsistenz des SDS-Abschnitts
  • Wissenschaftliche Belege

2. Lieferantenangaben überprüfen

Verlassen Sie sich nicht ausschließlich auf veraltete Daten aus vorgelagerten Quellen. Überprüfen Sie die Klassifizierungen anhand der aktuellen gesetzlichen Anforderungen.

3. Verfahren zur Prüfung von Ansprüchen einrichten

Stellen Sie sicher, dass Marketing- und Nachhaltigkeitsaussagen vor ihrer Veröffentlichung einer behördlichen Prüfung unterzogen werden.

4. Stärkung der Dokumentenverwaltung

Pflegen:

  • Versionsverwaltungssysteme
  • Workflows überprüfen
  • Unterlagen zur wissenschaftlichen Begründung
  • Prüfungsfähige Dokumentation

5. Schulung funktionsübergreifender Teams

Die Inspektionsbereitschaft erfordert die Abstimmung zwischen:

  • Regulatory Affairs
  • EHS
  • Produktverantwortung
  • Marketing
  • Qualitätsteams

Fazit

Da sich die Vorschriften der OSHA, CLP EU CLP und andere globale Chemikalienvorschriften ständig weiterentwickeln, werden behördliche Inspektionen immer detaillierter, datengestützter und auf die Durchsetzung ausgerichtet.

Unternehmen, die Sicherheitsdatenblätter, Gefahrenklassifizierungen, Kennzeichnungen und Produktangaben proaktiv aufeinander abstimmen, sind besser aufgestellt, um:

  • Risiken bei der Einhaltung chemischer Vorschriften reduzieren
  • Verbesserung der Bereitschaft für behördliche Prüfungen
  • Marktzugang sichern
  • Das Vertrauen in die Lieferkette stärken
  • Die Glaubwürdigkeit der Marke schützen

Optimieren Sie Ihr Sicherheitsdatenblatt-Management, Ihr Programm zur Gefahrenkommunikation und Ihre Strategien zur Untermauerung von Produktangaben gemeinsam mit den Regulatory-Experten von Freyr, um stets für Inspektionen gerüstet zu sein und die weltweiten Vorschriften einzuhalten.