Im Zeitalter personalisierter Medikamente hat die Präzisionsmedizin die Bereitstellung von Biologika revolutioniert, indem sie Sicherheit und Wirksamkeit durch das Verständnis der Produktwirkung auf individueller Ebene gewährleistet. Die Pharmakogenomik (PGx) ist aufgrund ihrer Rolle bei der optimalen Dosiswahl und der effektiven, dosisabhängigen Identifizierung von Einzelpersonen, die unerwünschte Reaktionen vermeiden kann, eine Komponente der Präzisionsmedizin. Mit dem Aufkommen fortschrittlicher Systeme für das Regulatory Information Management (RIM), strukturierter Kennzeichnungsrahmen und Kennzeichnungsaktualisierungen in Echtzeit wird die PGx-gesteuerte Arzneimittelkennzeichnung zu einer Kernanforderung für die globale regulatorische Compliance.
Darüber hinaus lässt sich das Verhalten von Biologika hinsichtlich Pharmakokinetik und Pharmakodynamik durch das Aufkommen von PGx-Biomarkern besser vorhersagen. Life-Sciences-Unternehmen, die Biologika herstellen, stellen Informationen zu den PGx-Biomarkern im Kennzeichnungsabschnitt bereit, was Ärzte und Patienten bei der Anwendung unterstützt. Die Aufnahme von Details zu PGx-Biomarkern geht auf das Jahr 2013 zurück, als die US Food and Drug Administration (US FDA) eine Leitlinie mit dem Titel „Clinical Pharmacogenomics: Premarket Evaluation in Early-phase Clinical Studies and Recommendations for Labeling“ veröffentlichte. Darin wurde festgelegt, dass die PGx-Kennzeichnung den Genmarker sowie die funktionellen Auswirkungen von Genvarianten nach der Verabreichung des Arzneimittels beschreiben muss.
Heute stimmen diese Anforderungen eng mit globalen Initiativen wie der IDMP-Implementierung, strukturierten Inhalten und Kennzeichnungen (SCL) sowie den Erwartungen an eLabeling in wichtigen Märkten überein, wobei der Schwerpunkt auf Datengenauigkeit und standardisierten Kennzeichnungspraktiken liegt.
Einer Umfrage vom Frühjahr 2021 zufolge verzeichnete die US FDA von 2000 bis 2020 einen dreifachen (3x) Anstieg biologischer Zulassungen mit PGx-Biomarker-Kennzeichnung für therapeutische und angeborene Anomalien. Statistisch gesehen stieg dieser Wert von 10,3 % im Jahr 2000 auf 28,2 % im Jahr 2020. Dieser Zulassungsboom zeigt, dass die Pharmazeutischen Unternehmen die Leitlinien einhalten und die Kennzeichnung von PGx-Biomarkern zur Gewährleistung der öffentlichen Gesundheit einbeziehen. Obwohl die Einbeziehung von PGx-Informationen in Arzneimitteletiketten in allen klinischen Bereichen zu beobachten war, fiel sie in einigen therapeutischen Bereichen besonders auf.
Die Bedeutung der PGx-Biomarker-Kennzeichnung kann Beteiligten Einblicke in folgende Punkte geben:
- Wirkungsweise von Arzneimitteln
- Damit verbundene Nebenwirkungen
- Genotypische Informationen zur Dosierung
- Variabilität der klinischen Reaktion bei verschiedenen Personen durch die Arzneimittelexposition
- Polymorphe Arzneimittelziele und -verteilungsgene
- Während der Entwicklung angewandte klinische Studien
Solche Erkenntnisse werden zunehmend in digitale Etiketten-Repositories, strukturierte Kennzeichnungsvorlagen und automatisierte Systeme für das Lifecycle-Labeling integriert, um die Konsistenz über globale Einreichungen hinweg sicherzustellen.
Im August 2022 veröffentlichte die US FDA eine Tabelle mit einer Übersicht von PGx-Biomarkern, Arzneimitteln, Indikationsgebieten und den Anweisungen, die in den Kennzeichnungsabschnitt aufzunehmen sind. Die folgende Tabelle ist ein Auszug aus der veröffentlichten umfassenden Biomarker-Liste mit den dazugehörigen Anweisungen und Warnhinweisen für die Kennzeichnung.
| Lauf. Nr. | Kennzeichnungsabschnitte | Biomarker |
| 1. | Unerwünschte Reaktionen |
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| 2. | Unerwünschte Wirkungen, klinische Studien |
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| 3. | Warnhinweise im Kasten (Boxed Warning), Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen, Anwendung in bestimmten Bevölkerungsgruppen, Informationen für Patienten, Gegenanzeigen |
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| 4. | Klinische Pharmakologie |
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| 5. | Klinische Studien |
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| 6. | Ggenanzeigen |
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| 7. | Indikation und Anwendung, Nebenwirkungen, klinische Studien |
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| 8. | Indikation und Anwendung, Dosierung und Art der Anwendung, Nebenwirkungen, klinische Studien |
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| 9. | Indikation und Anwendung, Dosierung und Art der Anwendung, Nebenwirkungen, Anwendung bei speziellen Bevölkerungsgruppen, klinische Studien |
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| 10. | Indikation und Anwendung, Dosierung und Art der Anwendung, Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen, Nebenwirkungen, Anwendung bei speziellen Bevölkerungsgruppen, klinische Studien |
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| 11. | Warnhinweise |
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Abbildung 1: Kennzeichnungshinweise für die jeweiligen Biomarker, ein Auszug von der US FDA-Website
Mit der Aufnahme von PGx-Biomarkern in die Kennzeichnung von Arzneimitteln und Biologika ist es unerlässlich, globale Kennzeichnungsstandards einzuhalten und zu befolgen. Pharmaunternehmen müssen PGx-Inhalte nun an die eCTD 4.0-Anforderungen, globale Rahmenwerke für das Kennzeichnungsmanagement, strukturierte Dateneinreichungen und automatisierte Prozesse für Kennzeichnungsaktualisierungen anpassen, um die Konformität zu wahren. Eine auf Präzisionsmedizin basierende Kennzeichnung erfordert maßgeschneiderte Geschäftsstrategien und Fachwissen, um regulatorische Prozesse erfolgreich zu meistern. Bei Freyr umfasst unser Fachwissen End-to-End-Kennzeichnungsprozesse, einschließlich PGx-gesteuerter Inhaltserstellung, Implementierung strukturierter Kennzeichnungen, IDMP-Datenabgleich, eLabeling-Transformation und globales Lifecycle-Management für Biologika. Kontaktieren Sie uns jetzt für weitere Updates zu Freyrs fundiertem und bewährtem Fachwissen.
