Einleitung
Die Verordnung über entwaldungsfreie Produkte der Europäischen Union (EUDR) ist ein bedeutender Schritt im Rahmen der fortlaufenden Bemühungen der EU zur Bekämpfung der globalen Entwaldung und Waldschädigung. Die EUDR, die offiziell als Verordnung (EU) 2023/1115 bezeichnet wird, zielt darauf ab, die Einfuhr und Ausfuhr von Produkten zu verhindern, die mit Entwaldung und damit verbundener Umweltbelastung in Verbindung stehen. Diese Verordnung tritt am 30. Dezember 2026 in Kraft und auferlegt Händlern und Betreibern in der EU strenge Sorgfalts- und Rückverfolgbarkeitspflichten für eine Vielzahl von Rohstoffen wie Palmöl, Rinder, Soja, Kaffee, Kakao, Holz, Kautschuk und deren Derivate.
Durch das Verständnis des Geltungsbereichs, der Definitionen und der wesentlichen Verpflichtungen der Verordnung können sich Hersteller besser auf die bevorstehenden Änderungen vorbereiten und zum globalen Schutz von Wäldern und Biodiversität beitragen.
Bedeutung der EUDR
Entwaldung und Waldschädigung sind drängende globale Probleme mit schwerwiegenden ökologischen und finanziellen Folgen. Die Zerstörung von Wäldern beschleunigt den Klimawandel durch die Freisetzung von Treibhausgasen, verschärft extreme Wetterbedingungen und stört Ökosysteme. Diese Störungen beeinträchtigen die Landwirtschaft, die Nahrungsmittelproduktion und die Stabilität der Lieferketten, was zu höheren Kosten und Risiken für Unternehmen führt.
Die EUDR ist ein zentraler Bestandteil der umfassenderen Umwelt- und Nachhaltigkeitsagenda der EU und steht im Einklang mit anderen wichtigen Richtlinien wie der EU-Holzhandelsverordnung (EUTR), der Erneuerbare-Energien-Richtlinie und der Richtlinie über die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen (CSRD). Indem sie sicherstellt, dass von EU-Bürgern konsumierte oder exportierte Produkte nicht zur Entwaldung beitragen, unterstützt die EUDR die Ziele des europäischen Green Deals und bestärkt das Engagement der EU für eine nachhaltige Entwicklung.
Geltungsbereich und Anwendung der EUDR
Die EUDR gilt für alle Unternehmen, die bestimmte Rohstoffe oder deren Derivate auf dem EU-Markt bereitstellen oder aus der EU ausführen.
Zu den erfassten Folgeprodukten gehören Gummireifen, Holzmöbel, Schokolade und Papierprodukte wie Verpackungskartons. Die Verordnung gilt für alle Mengen, unabhängig von Größe oder Wert, um eine umfassende Überwachung und Rechenschaftspflicht in der gesamten Lieferkette zu gewährleisten.

Hinweis: Gedruckte Produkte wie Bücher, Zeitungen, Magazine und Zeitschriften wurden mit der neuesten Aktualisierung vom Geltungsbereich ausgenommen.
Verpflichtungen für Unternehmen
Hersteller und Betreiber müssen ein Sorgfaltspflichtsystem einführen, um sicherzustellen, dass ihre Produkte entwaldungsfrei und legal hergestellt wurden. Dieses System umfasst mehrere wichtige Schritte:
Sammlung von Unterlagen: Unternehmen müssen Unterlagen zusammentragen und aufbewahren, die die Einhaltung der EUDR belegen. Die Dokumentation muss mindestens fünf (05) Jahre ab dem Datum des Inverkehrbringens oder der Ausfuhr der Produkte aufbewahrt werden und folgende Daten umfassen:
![Sicherstellung der Einhaltung der EU-Verordnung über entwaldungsfreie Produkte]()
- Risikobewertung: Unternehmen müssen das Risiko von Entwaldung und Nichteinhaltung in ihren Lieferketten bewerten. Sie müssen ihre Risikobewertungen dokumentieren und die Risikostufen ihrer Produkte als unerheblich, gering, mittel oder hoch einrufen.
- Risikominderung: Ergibt die Risikobewertung mehr als ein unerhebliches Risiko, müssen Unternehmen Maßnahmen ergreifen, um die ermittelten Risiken zu mindern.
- Überprüfung: Unternehmen müssen die Richtigkeit der gesammelten Informationen und die Einhaltung der EUDR-Anforderungen sicherstellen.
- Überwachung, Überprüfung und Berichterstattung: Unternehmen müssen ihre Sorgfaltspflichtaktivitäten kontinuierlich überwachen, formal überprüfen und öffentlich darüber berichten, um mindestens einmal im Jahr Transparenz und Rechenschaftspflicht zu gewährleisten.
Umsetzungszeitplan
Die EUDR wurde am 31. Mai 2023 angenommen und am 9. Juni 2023 veröffentlicht. Sie trat am 29. Juni 2023 in Kraft und gilt ab dem 30. Dezember 2026 für Betreiber und Händler, mit einer verlängerten Frist bis zum 30. Juni 2027 für Kleinst- und Kleinunternehmen.
Instrumente zur Überwachung, Rückverfolgung und Berichterstattung
Erdbeobachtung und Standortanalyse
Geodaten sind von zentraler Bedeutung für den EUDR-Sorgfaltspflichtprozess, da sie die Überprüfung des Produktsursprufs und den Nachweis ermöglichen, dass nach dem 31. Dezember 2020 keine Entwaldung stattgefunden hat. Fernerkundungswerkzeuge – darunter Satellitenbilder, Drohnenaufnahmen und parzellengenaue Geodaten – bieten entscheidende Einblicke in Produktionsstätten, Landnutzung und Waldgesundheit. Durch die Integration dieser Technologien mit Analysealgorithmen und Modellen für maschinelles Lernen können Unternehmen sowohl die Genauigkeit als auch die Effizienz von Compliance-Prüfungen verbessern und so eine robuste Überwachung über komplexe Lieferketten hinweg gewährleisten.
Transparenz und Rückverfolgbarkeit in der Lieferkette
Hersteller sind verpflichtet, ihre Lieferketten zu kartieren, Lieferanten und Unterlieferanten zu identifizieren und die Rückverfolgbarkeit von Rohstoffen bis zu ihrem Ursprung sicherzustellen. Dies umfasst die Erfassung von Geodokumentationsdaten und Produktionsdaten, die getrennte Lagerung konformer und nicht konformer Rohstoffe sowie die Gewährleistung, dass nur entwaldungsfreie Produkte auf dem EU-Markt bereitgestellt werden.
Das Register für Sorgfaltspflichten bei Entwaldung
Die EUDR verlangt von Wirtschaftsakteuren, Sorgfaltserklärung über das Registrierungsportal für Sorgfaltspflichten bezüglich Entwaldung elektronisch einzureichen, das ab November 2024 zugänglich sein wird. Diese Erklärungen werden vom Register und den Behörden der Mitgliedstaaten überprüft, um sicherzustellen, dass alle relevanten Produkte den strengen Anforderungen der EUDR entsprechen.
Fazit
Die EUDR erzwingt strenge Sorgfalts- und Rückverfolgbarkeitsanforderungen, um zu verhindern, dass Produkte, die mit Entwaldung in Verbindung stehen, auf den EU-Markt gelangen oder diesen verlassen. Hersteller müssen robuste Sorgfaltspflichtsysteme implementieren, Risiken steuern und für Transparenz in der Lieferkette sorgen, um die Verordnung einzuhalten. Diese Maßnahmen unterstützen weltweite Bemühungen zum Schutz der Wälder, zur Bekämpfung des Klimawandels und zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung. Da die EUDR-Frist näher rückt, sollten Hersteller über die Anforderungen auf dem Laufenden bleiben, in Compliance-Tools investieren und den Dialog mit Lieferanten suchen, um die Einhaltung sicherzustellen, Strafen zu vermeiden und eine nachhaltige Zukunft zu fördern.

