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Die Internationale Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe (INCI) ist ein weltweit anerkanntes Bezeichnungssystem, das zur Auflistung von Inhaltsstoffen auf Etiketten von Kosmetikprodukten verwendet wird. Entwickelt vom Personal Care Products Council (PCPC) in den US, standardisiert das INCI-System die Namen der Inhaltsstoffe, um Konsistenz, Transparenz und Konformität über verschiedene Länder und Regulierungssysteme hinweg zu gewährleisten. Für Verbraucher schafft es Klarheit darüber, was in ihren Produkten enthalten ist, während es für Marken die Einhaltung internationaler regulatorischer Standards sicherstellt.

Dieser Artikel bietet einen Überblick über INCI-Namen, deren Struktur und warum sie für die Einhaltung kosmetischer Vorschriften unerlässlich sind.

Zweck und Bedeutung von INCI-Namen

Das Hauptziel des INCI-Systems ist es, eine universelle Sprache für kosmetische Inhaltsstoffe zu schaffen. Angesichts der weltweiten Vielfalt an Sprachen und regulatorischen Standards ermöglichen INCI-Namen Marken, ihre Produkte auf eine Weise zu kennzeichnen, die klar, konsistent und grenzüberschreitend rechtskonform ist. Diese Einheitlichkeit ist vorteilhaft für:

  • Regulatorische Konformität: Länder wie die US, Kanada, alle Member States der Europäischen Union (EU), ASEAN-Länder, Japan und China, Indien, LATAM-Länder usw. verlangen, dass Kosmetikprodukte INCI-Namen auf den Inhaltsstoffetiketten verwenden, um den Kennzeichnungsgesetzen zu entsprechen.
  • Verbrauchertransparenz: Standardisierte Bezeichnungen erleichtern es Verbrauchern, Inhaltsstoffe zu erkennen und vermeiden Verwirrung, die durch unterschiedliche lokale Bezeichnungen für dieselbe Substanz entstehen könnte.
  • Globaler Marktzugang: Für Hersteller und Distributoren ermöglicht die Verwendung von INCI-Namen einen reibungslosen Produkteintritt in internationale Märkte, indem regulatorische Anforderungen in mehreren Ländern erfüllt werden.

Struktur und Zusammensetzung von INCI-Namen

INCI-Namen folgen einem standardisierten Benennungsformat, das je nach Art des Inhaltsstoffs leicht variiert:

  • Chemische Inhaltsstoffe: Chemische Inhaltsstoffe werden üblicherweise in ihrer einfachsten, anerkannten Form aufgeführt, wobei komplizierte wissenschaftliche Fachbegriffe vermieden werden. Zum Beispiel wird „Wasser“ als „Aqua“ bezeichnet und „Vitamin C“ erscheint als „Ascorbinsäure“.
  • Botanische Inhaltsstoffe: Pflanzliche Inhaltsstoffe werden mit ihrem lateinischen botanischen Namen gekennzeichnet, typischerweise mit Gattung und Art. Zum Beispiel wird „Aloe Barbadensis Leaf Juice“ für Aloe-Vera-Saft und „Rosa Canina Fruit Oil“ für Hagebuttenöl verwendet.
  • Synthetische Verbindungen und Polymere: Synthetische Materialien oder im Labor hergestellte Inhaltsstoffe, wie „Sodium Lauryl Sulfate“ (ein gängiges Tensid) oder „Dimethicone“ (ein gängiger synthetischer Weichmacher), werden durch spezifische Namen identifiziert, die ihre chemische Struktur widerspiegeln.

INCI-Standards und globale regulatorische Anforderungen

Länder und Aufsichtsbehörden weltweit setzen die Verwendung von INCI-Namen durch, um die Verbrauchergesundheit zu schützen und transparente Kennzeichnungspraktiken zu unterstützen:

  • US: Die US Food and Drug Administration (FDA) schreibt vor, dass Kosmetika INCI-Namen auf Etiketten verwenden müssen, gemäß dem Federal Food, Drug, and Cosmetic Act.
  • Europäische Union: Die EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009 verlangt, dass die Inhaltsstoffe unter Verwendung des gebräuchlichen Inhaltsstoffnamens angegeben werden, der in einem von der Kommission erstellten Glossar festgelegt ist. Das Glossar berücksichtigt international anerkannte Nomenklaturen, einschließlich INCI.
  • Kanada: Gemäß den Kosmetikvorschriften von Health Canada müssen alle Kosmetika INCI-Namen verwenden, um genaue Inhaltsstofflisten bereitzustellen, was die Verbrauchersicherheit und Transparenz weiter fördert.
  • ASEAN-Länder: Gemäß den Kennzeichnungsanforderungen der ASEAN Cosmetic Directive (ACD) müssen Kosmetiketiketten eine vollständige Inhaltsstoffliste unter Verwendung der INCI-Nomenklatur enthalten.

Vorteile von INCI-Namen für Hersteller und Verbraucher

  • Für Hersteller: Die Verwendung von INCI-Namen optimiert den regulatorischen Genehmigungsprozess, da die Behörden mit den standardisierten Namen vertraut sind. Dies vermeidet Verzögerungen, die mit mehrdeutiger oder inkonsistenter Inhaltsstoffkennzeichnung verbunden sind. Zusätzlich können Marken, die in mehrere Märkte eintreten, durch die Verwendung von INCI-Namen diverse regionale Anforderungen erfüllen, ohne mehrere Etikettenformate zu benötigen.
  • Für Verbraucher: INCI-Namen ermöglichen es Verbrauchern, fundierte Entscheidungen zu treffen. Zum Beispiel kann jemand mit einer Allergie gegen Limonen, Linalool und Citronellol Produkte, die diese Stoffe enthalten, meiden, unabhängig von Marke oder Produktherkunft. Dieses standardisierte System trägt zum Schutz der Verbrauchergesundheit bei, indem es klare, identifizierbare Informationen liefert.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das System der Internationalen Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe (INCI) eine entscheidende Rolle in der Kosmetikindustrie spielt. Durch die Bereitstellung einer universellen Sprache für die Kennzeichnung von Inhaltsstoffen fördert es Transparenz, die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und die Verbrauchersicherheit auf globalen Märkten. Für jede Marke, die international expandieren möchte, ist die Einhaltung der INCI-Standards unerlässlich für einen reibungslosen Markteintritt, die behördliche Genehmigung und den Aufbau von Verbrauchervertrauen. Die Beratung durch einen Regulierungsexperten wie Freyr kann Ihnen helfen, die INCI-Standards einzuhalten und die Einhaltung in mehreren Märkten zu erleichtern.