In den sich schnell entwickelnden Bereichen der Pharmazeutika und Medizinprodukte ist die Gewährleistung der Produktsicherheit entscheidend – nicht nur für die behördliche Zulassung, sondern auch für die Patientengesundheit. Ein wichtiger Bestandteil der präklinischen Dokumentation ist die Toxikologische Risikobewertung (TRA). Die TRA umfasst die wissenschaftliche Bewertung möglicher schädlicher Auswirkungen einer Substanz auf die menschliche Gesundheit unter Verwendung nicht-klinischer Daten aus Tierstudien oder In-vitro-Tests. Sie ist ein wesentliches Element von Einreichungsdossiers sowohl für Pharmazeutika als auch für Medizinprodukte.
TRA ist unerlässlich, um Risiken vor Exposition des Menschen zu identifizieren, zu quantifizieren und zu kommunizieren. Es dient der Schätzung sicherer Dosen und dem Risikomanagement, weshalb nicht-klinische medizinische Autoren TRA-Daten klar und vorschriftsmäßig präsentieren müssen, um die Anforderungen globaler Aufsichtsbehörden zu erfüllen.
Warum ist TRA in der nicht-klinischen medizinischen Dokumentation unerlässlich?
Jede Aufsichtsbehörde erwartet von Herstellern, dass sie ein umfassendes Nutzen-Risiko-Profil für neue Arzneimittelprodukte darlegen. Gemäß der Struktur des Common Technical Document (CTD) müssen nicht-klinische Sicherheitsdaten – einschließlich Toxikologie, Pharmakologie und Pharmakokinetik – sorgfältig zusammengestellt werden (siehe Richtlinie 2001/83/EG, Artikel 1, und ICH M3(R2) Leitlinie). Ziel ist es, durch eine strenge nicht-klinische Bewertung zu zeigen, dass alle Risiken klar identifiziert, wissenschaftlich begründet und, wo möglich, gemindert werden.
Praktisch gesehen sollten die TRA-Abschnitte in nicht-klinischen Modulen folgende Punkte behandeln:
- Identifizierte potenzielle Toxizitäten (akut, chronisch, reproduktionstoxisch usw.)
- Daten zur Genotoxizität und Karzinogenität
- Dosis-Wirkungs-Beziehung und Sicherheitsspanne
- Besondere Risiken, wie z. B. Verunreinigungen
- Begründungen für ausgelassene Studien
Dieser Ansatz findet sich auch in den Leitlinien von Aufsichtsbehörden wie der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA), Health Canada und der Therapeutic Goods Administration (TGA) wieder.
Schlüsselelemente und Phasen der TRA
Eine zuverlässige TRA umfasst typischerweise die folgenden Phasen:
- 1. Gefahrenidentifizierung: Überprüfung aller verfügbaren Daten zum toxischen Potenzial der Substanz und Bewertung von Endpunkten wie Organtoxizität, Mutagenität oder Sensibilisierung.
- 2. Dosis-Wirkungs-Bewertung: Festlegung der Beziehung zwischen Dosis und beobachteten Effekten, einschließlich der Berechnung der Expositionsmarge (MOE).
- 3. Expositionsbewertung: Abschätzung der potenziellen Exposition des Menschen unter den erwarteten klinischen Anwendungsbedingungen.
- 4. Risikocharakterisierung: Integration der oben genannten Punkte zur Bereitstellung einer Risikoschätzung, Berücksichtigung von Unsicherheiten und Vorschlag von Risikominderungsmaßnahmen, wo erforderlich.
Für Substanzen wie lösliche und extrahierbare Stoffe in Medizinprodukten oder genotoxische Verunreinigungen in Arzneimitteln sind gezielte Risikobewertungen unerlässlich. Aktualisierte Leitlinien, wie ICH M7(R1)/(R2), erfordern eine Bewertungs- und Kontrollstrategie für mutagene Verunreinigungen.
Regulatorische Anforderungen
TRA ist oft ein obligatorischer Bestandteil in Zulassungsdossiers:
- In der EU und Kanada werden nicht-klinische Daten hinsichtlich Qualität, Vollständigkeit und wissenschaftlicher Validität genau geprüft.
- Umweltverträglichkeitsprüfungen (ERA) können für bestimmte Einreichungen erforderlich sein, die die Persistenz und das Bioakkumulationspotenzial von Arzneimitteln untersuchen.
Behörden prüfen, ob das nicht-klinische Dossier ein akzeptables Nutzen-Risiko-Verhältnis für die Exposition des Menschen unterstützt. Sie erwarten eine klare Begründung für die Auswahl (oder Nichtauswahl) von Modellen und Endpunkten, die Anwendung des 3R-Prinzips bei Tierversuchen und eine gründliche Zusammenfassung des Risikos in den Übersichtsabschnitten.
Bewährte Verfahren für die TRA-Dokumentation

Wie ein Regulatory Affairs Partner wie Freyr helfen kann
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Zusammenfassung
- TRA ist im nicht-klinischen Medical Writing von entscheidender Bedeutung und untermauert die Produktsicherheit und den regulatorischen Erfolg für Pharmazeutika und Medizinprodukte.
- Eine ordnungsgemäße TRA umfasst die Gefahrenidentifizierung, Dosis-Wirkungs-Beziehungen, Expositionsabschätzungen und die Risikocharakterisierung – wobei jeder Schritt für Gutachter klar dokumentiert und für breitere Teams zugänglich ist.
- Regulatorische Anforderungen (ICH, EMA, TGA usw.) erfordern umfassende, wissenschaftlich begründete toxikologische Zusammenfassungen in den Registrierungsdossiers.
- Best Practices umfassen Klarheit, transparente Datenpräsentation und eine konsistente regulatorische Ausrichtung.
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