Bei der Food Standards Australia New Zealand (FSANZ) wurde ein Antrag eingereicht, mit dem eine Änderung des Australia New Zealand Food Standards Code angestrebt wird, um die Verwendung von molekular geprägten Adsorptionsharzen, auch als molekular geprägte Polymere (MIPs) bezeichnet, als Verarbeitungshilfsmittel bei der Weinherstellung in Australien ausdrücklich zuzulassen.
Der Antrag sieht eine Änderung der Norm 4.5.1 – Anforderungen an die Weinherstellung (nur Australien) vor, um eine bestehende Einschränkung aufzuheben, die derzeit die Verwendung dieser Stoffe in der australischen Weinherstellung begrenzt. Molekulargeprägte Polymere sind eine Art vernetztes Polyesterharz, eine Kategorie, die bereits gemäß Norm 1.3.3 (Verarbeitungshilfsstoffe) zugelassen ist. Konkret sind vernetzte Polyesterharze in Anhang 18-3 als zulässige Verarbeitungshilfsstoffe für die Verwendung als Entfärbungsmittel, Klärmittel, Filtrationshilfsmittel und Adsorbentien aufgeführt. Als solche sind sie bereits für die allgemeine Verwendung in Lebensmitteln sowohl in Australien als auch in Neuseeland sowie in neuseeländischen Weinen und in Australien verkauften Importweinen zugelassen, vorbehaltlich der geltenden Produktionsgesetze.
Zwar legt Standard 4.5.1 keine konkreten technologischen Verwendungszwecke für zugelassene Verarbeitungshilfsstoffe in der australischen Weinproduktion fest, doch geht der Antragsteller davon aus, dass molekular geprägte Polymere in erster Linie als Adsorptionsmittel eingesetzt würden. Die Genehmigung der Änderung würde daher die Anforderungen an die australische Weinproduktion mit den bestehenden Zulassungen für dieselben Stoffe in neuseeländischem Wein, importierten Weinen und anderen Lebensmitteln in Einklang bringen.
Der Antrag wurde von amaea Limited eingereicht, einem kommerziellen Hersteller von molekular geprägten, vernetzten Polyesterharzen, die für die selektive Adsorption bestimmter Moleküle aus Flüssigkeiten entwickelt wurden. Das Unternehmen vermarktet diese Technologie derzeit an Weinproduzenten in den Vereinigten Staaten, Kanada und Neuseeland. Auf internationaler Ebene sind vernetzte Polyesterharze in den Vereinigten Staaten gemäß 21 CFR §177.2420 des Federal Food, Drug, and Cosmetic Act für den Kontakt mit Lebensmitteln zugelassen, und molekular geprägte Polymere sind vom US-amerikanischen Alcohol and Tobacco Tax and Trade Bureau (TTB) ausdrücklich für die Verwendung in der Weinproduktion zugelassen.
Dem Antrag zufolge ist das molekular geprägte Polymer für den wiederholten Einsatz bei der Entfernung bestimmter Verbindungen aus Getränken, darunter auch Wein, vorgesehen. Die Technologie erweist sich als besonders wirksam bei der Entfernung von Verbindungen, die mit Fehlaromen und -geschmacksnoten in Verbindung stehen, darunter auch solche, die auf Rauchgeschmack zurückzuführen sind, der durch die Einwirkung von Buschbränden auf die Trauben entsteht. Die Polymere lassen sich durch Waschen regenerieren, um adsorbierte Verbindungen zu entfernen, was eine nachhaltige und wiederholte Nutzung ermöglicht.
Aus sicherheitstechnischer und technologischer Sicht wird das Verarbeitungshilfsmittel als unlöslich und makroskopisch beschrieben, wobei Verluste in den Wein durch Standardfilterverfahren verhindert werden, die in der australischen Weinproduktion bereits gängig sind. In der Praxis werden die Polymere in einer gefüllten Säule aufgeschlüsselt, durch die der Wein während der Behandlung geleitet wird. Die Polymere verbleiben in der Säule, und Filter an den Auslässen der Säule dienen dazu, das Risiko zu minimieren, dass Polymermaterial im behandelten Wein zurückbleibt.
Sollte der Änderungsantrag angenommen werden, würde er den australischen Weinproduzenten regulatorische Klarheit und Einheitlichkeit bieten und den kontrollierten Einsatz molekular geprägter Polymere für gezielte Sanierungszwecke ermöglichen, wobei die Übereinstimmung mit bestehenden nationalen und internationalen Rahmenwerken für Lebensmittelsicherheit gewahrt bliebe.