Biologische Bewertung von Medizinprodukten – FDA veröffentlicht endgültige Leitlinie
2 Min. Lesezeit

Die biologische Bewertung von Medizinprodukten ist eine zwingende Voraussetzung für die erfolgreiche Zulassung eines Medizinprodukts im jeweiligen Land. Die wichtigste Richtlinie zu diesem Thema ist „IISO 10993-1:2018 – Biologische Bewertung von Medizinprodukten“. Darüber hinaus akzeptieren die meisten Gesundheitsbehörden weltweit diese spezifische ISO-Norm. Einige Behörden haben jedoch eine modifizierte Matrix für Endpunkte der Biokompatibilität angepasst.

FDA US FDA die Norm ISO 10993-1 als Konsensnorm für die biologische BewertungFDA , ebenso wie die anderen von ASTM, ICH, OECD und USP herausgegebenen Normen zur Biokompatibilität von Medizinprodukten. Die US FDA hat am 4. September 2020 einen Leitfaden zum Thema „Anwendung der internationalen Norm ISO 10993-1, ‚Biologische Bewertung von Medizinprodukten – Teil 1: Bewertung und Prüfung im Rahmen eines Risikomanagementprozesses‘. Sie soll Medizinprodukteherstellern als Orientierungshilfe dienen hinsichtlich der ErwartungenFDA US FDAund der Anwendung der ISO-Norm für FDA .

Die Leitlinie gilt sowohl für sterile als auch für nicht-sterile Medizinprodukte und sollte zusammen mit den Anforderungen an die Biokompatibilitätsbewertung verwendet werden, die in gerätespezifischen Leitlinien der US FDA empfohlen werden. Die in der Leitlinie definierten Endpunkte stimmen mit der ISO 10993-1:2018 überein, mit Ausnahme zusätzlicher Anforderungen an die materialvermittelte Pyrogenität von Oberflächenprodukten, die länger als 24 Stunden verwendet werden. Die Leitlinie beleuchtet außerdem:

  • Anpassung der Risikobewertung von Medizinprodukten für die Biokompatibilitätsbewertung
  • Allgemeine Grundsätze für die Biokompatibilitätsbewertung
  • Von der FDA angepasste Matrix für Biokompatibilitäts-Endpunkte
  • FDA-Empfehlungen zur chemischen Bewertung/chemischen Charakterisierung von Medizinprodukten
  • Allgemeine Überlegungen zur Biokompatibilitätsprüfung von Medizinprodukten
  • Überlegungen zu spezifischen Tests, wie z.B. Zytotoxizität, Sensibilisierung, Hämokompatibilität, Pyrogenität, Implantation, Genotoxizität, Karzinogenität, Reproduktions- und Entwicklungstoxizität
  • Empfehlungen für die Probenvorbereitung bei Produkten mit Submikron- oder Nanotechnologie-Komponenten; Produkte, die aus In-situ-Polymerisation und/oder resorbierbaren Materialien hergestellt werden
  • Datenanforderungen zur Unterstützung von Kennzeichnungsansprüchen, dass die Produkte „frei“ von bestimmten Materialien sind

Die US FDA hat auch empfohlene Inhalte für Device Master Files (MAFs) für Biokompatibilitätsbewertungen, eine Zusammenfassung der Biokompatibilitätsdokumentation, Prüfberichte und Beispiele für Komponenten- und Gerätedokumentation aufgenommen. Ein Flussdiagramm, das die Durchführung einer Biokompatibilitätsbewertung veranschaulicht, ist ebenfalls in der Leitlinie detailliert beschrieben. Die biologische Bewertung von Medizinprodukten sollte in einem gut geplanten Ansatz erfolgen, der Folgendes umfasst:

  • Chemische Charakterisierung – alle Produktkategorien, unabhängig von Art und Dauer des Kontakts, müssen diese Informationen vor Beginn der Risikobewertung vorliegen haben
  • Biokompatibilitäts-Risikobewertung gemäß ISO 14971 Normen
  • Identifizierung potenzieller biologischer Risiken
  • Bewertung verfügbarer Daten
  • Identifizierung von Wissenslücken
  • Entwicklung eines Biologischen Bewertungsplans (BEP) zur Schließung von Wissenslücken durch -
    • Biokompatibilitätsprüfung von Medizinprodukten
    • Weitere Bewertung
      • Frühere Erfahrungen mit dem Konstruktionsmaterial
      • Chemische oder Oberflächenanalyse
      • Veröffentlichte Literatur
      • Klinische Erfahrungen aus PMS-Daten
      • Tierversuchserfahrung
      • Medizinproduktnormen
      • Referenz- oder bereits vermarktete Produkte, die zuvor von der US FDA zugelassen wurden

Der Gerätehersteller kann die Informationen in einer „Zusammenfassenden Biokompatibilitätsdokumentation“ zusammenfassen, um die Überprüfung durch die Behörde zu erleichtern. Der Hersteller kann ein Q-Submission-Meeting mit der US FDA in Anspruch nehmen, um die Behörde frühzeitig einzubinden, bevor die Biokompatibilitätstests für Medizinprodukte begonnen werden. Der Hersteller kann dieses Meeting nutzen, um:

  • Bestimmung der Validierungsinformationen für eine bestimmte klinische Indikation, während eine In-vitro-Testbatterie für die Hämokompatibilität entwickelt wird
  • Feststellen, ob weitere Biokompatibilitätsbewertungen notwendig sind, falls bei vorherigen Bewertungen Unstimmigkeiten auftraten.
  • Den Bedarf an zusätzlichen Biokompatibilitätstests ermitteln, falls neue Materialien verwendet werden.
  • Studien in vivo oder ex vivo konzipieren.
  • Protokolle für chemische Analysen entwerfen, die beschleunigende Faktoren nutzen.
  • Das Verfahren für die Biokompatibilitätsprüfung von resorbierbaren Medizinprodukten festlegen.

Die Konformität von Medizinprodukten mit den Biokompatibilitätsstandards ISO 10993, der chemischen Charakterisierung nach ISO 10993 und den Anforderungen der US FDA erfordert eine detaillierte Bewertung und sorgfältige Planung zur Entwicklung eines „Biologischen Bewertungsplans“, zur Ausführung des finalisierten Plans und zur Erstellung der relevanten Berichte wie Toxikologische Risikobewertung, Biologische Risikobewertungsberichte, Chemische Charakterisierungsberichte usw. Um konform zu sein, konsultieren Sie einen Experten für End-to-End-Anleitung und Unterstützung bei der biologischen Bewertung von Medizinprodukten.

Abonnieren Sie den Freyr-Blog

Datenschutzerklärung